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9. und 10. Juni 2021  Tagung  Landau

Was wärmt nach dem Lagerfeuer? - Zur Fragmentierung der medialen Öffentlichkeit

Südwestdeutsche Medientage

„Zum Regieren brauche ich nur BILD, BamS und Glotze“, meinte seinerzeit Altkanzler Gerhard Schröder. Auch heute noch glimmen letzte Kohlen des niedergebrannten medialen Lagerfeuers: einige Fußball-Übertragungen, die Tagesschau, der Tatort. Es gibt sie noch: Medienereignisse und Formate, die – wenn nicht identitätsstiftend – so doch zumindest gemeinschaftsbildend sind.
Die Fragmentierung der Medienlandschaft ist gleichwohl unübersehbar. Die verkaufte Gesamtauflage der Tageszeitungen in Deutschland hat sich in den letzten zehn Jahren mehr als halbiert. Die BILD verlor als das verbreitetste Blatt in den letzten zehn Jahren fast zwei Drittel ihrer verkauften Auflage. Internetplattformen wie YouTube, soziale Medien, NETFLIX, Amazon und Disney haben für eine weitere Zersplitterung des Marktes gesorgt.
Kulturelle Diversität ist kein Schaden. Demokratietheoretisch ist die Pluralisierung des Medienangebots vielleicht sogar zu begrüßen. Jüngere Entwicklungen – nicht allein in den USA – zeigen aber zugleich, welche Sprengkraft darin liegt, wenn mit dem Verlust des medialen Lagerfeuers auch die gemeinschaftliche Basis für gesellschaftliche Verständigung erodiert.
Mit dem Zukunftsforscher Prof. Dr. Harald Welzer sowie weiteren Referent*innen aus Wissenschaft, Medien und Politik.
Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie der Pfalz in Kooperation mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, gefördert von der Bundeszentrale für politische Bildung.
In Zusammenarbeit mit der Universität Koblenz-Landau und dem Deutschen Journalistenverband Rheinland-Pfalz.