Zum Inhalt springen

30. und 31. Oktober 2020  Tagung  Speyer

Ist das Geschichte oder kann das weg?

Zum Umgang mit unbequemen Relikten der Vergangenheit

Der Streit um die Hitler-Glocke im Turm der evange­lischen Kirche in Herxheim am Berg hat europaweit für Furore gesorgt. Ein Mix aus Beharrungsvermögen, Schlussstrich-Mentalität, Zaghaftigkeit, moralischer Empörung, medialer Dynamik und naiven Kommuni­kationsstrategien hat dazu geführt, dass der Konflikt zeitweise völlig aus dem Ruder lief – und bis heute nicht zufriedenstellend gelöst werden konnte.
Der Sache nach ist Herxheim kein Einzelfall. Konflikte gab und gibt es auch um den Adler auf dem Sedan-Denkmal in Ludwigshafen-Ruchheim, Gefallenen-Tafeln in Kirchen, das Hellinger-Wiesmann-Denkmal in Speyer, das Bürckel-Grab in Neustadt, den Westwall oder die Judensau in Wittenberg. Auch an immateriellen Relikten der Ver­-  gangenheit entzünden sich Auseinandersetzungen: Die Hans-Stempel-Straßen in Landau, Speyer und Stein­wenden, die Karl-Helfferich-Straße in Neustadt, das Eduard-Spranger-Gymnasium in Landau, das von manchen als rassistische und kolonialistisch empfundene Logo der Kaffeerösterei Mohrbacher in Ludwigshafen.
Sind diese Debatten vergleichbar? Weisen sie ein gemeinsames Muster auf? Warum wird über Relikte der Vergangenheit so erbittert gestritten? Welcher Umgang ist angemessen: erhalten, erklären, uminszenieren, stilllegen, musealisieren, entfernen? Gibt es eine besondere kirchliche und theologische Perspektive auf solche Fragen?
Zu Gast sind die Münchner Zeithistorikerin Claudia Lepp sowie der Erziehungswissenschaftler und Publizist Micha Brumlik.
Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie der Pfalz in Kooperation mit dem Zentralarchiv der Evangelischen Kirche der Pfalz, das 2020 sein 90-jähriges Bestehen feiert.
Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz.

VeranstaltungsortRatssitzungssaal, Speyer
AnsprechpartnerDr. Christoph Picker
InformationsmaterialProgramm
AnmeldungNutzen Sie unser Formular