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17. und 18. Mai 2019  Tagung  Landau

Antisemitismus

Neue Formen, aktuelle Herausforderungen und das "Nie wieder!" als Staatsräson

Hass und Bedrohung schlägt Jüdinnen und Juden in Deutschland auch 70 Jahre nach der nationalsozialistischen Diktatur und der Shoa noch immer entgegen. Allein 2017 wurden über 1.100 Angriffe auf jüdische Einrichtungen und Personen aktenkundig. Fast jede jüdische Einrichtung steht unter Polizeischutz, das öffentliche Tragen der Kippa birgt die Gefahr einer tätlichen Attacke. Dabei bedroht der Anti­semitismus nicht nur jüdische Mitbürger*innen, sondern unsere Gesellschaft als ganze, stellt er doch die grund­legenden Werte des Rechtsstaates in Frage. Die aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus in Deutschland und Europa zeigen sich in unterschiedlichen Facetten: Neben rechtsextremistischen und populistischen Spielarten werden die Grenzen zwischen Israelkritik und Judenfeindschaft verwischt. Das Internet stellt eine weitere Plattform dar. Eine Langzeitstudie der Technischen Uni­versität Berlin dokumentiert in der Analyse von über 300.000 Netzeinträgen einen meist anonym vorgetragenen Hassausbruch. Schließlich sieht man in den Medien neuerdings auch gewalttätige Übergriffe von Muslimen. Und handelt es sich hierbei um Einzelfälle oder hat die Zunahme des Judenhasses auch etwas mit dem Thema Migration zu tun?
Die Tagung widmet sich diesen Facetten und den sich daraus ergebenden Fragestellungen. Wir laden Sie ein zu Analysen, Reflexion, Gespräch und Diskussion. Neben Vorträgen werden auch zwei Workshops und eine Podiumsdiskussion angeboten.
In Kooperation mit dem Europäischen Institut für interkulturelle und interreligiöse Forschung und dem Landeskirchlichen Arbeitskreis Kirche und Judentum.
Das Projekt „Antisemitismus und Protestantismus" ist ein Arbeitsschwerpunkt der Evangelischen Akademien in Deutschland.